Get Away Wisdom

Get Away Wisdom

Get Away Wisdom

Get Away Wisdom ist der erste Cut auf unserer LP Trust No Woman 1981.

Den Clip dazu haben wir 1981 vollständig auf Super-8-Film produziert und 2008 digital überarbeitet.

2016 wurde er dann erweitert und Teil des Triple-Projektions-Environments DADA negligé.

Interstellar

Interstellar

Interstellar

Video »Heavyweight Tango«

Stahl sandgestrahlt, Lack, Sand, Monitor, Video, Musik

Moerder Redux

Moerder Redux

Moerder Redux

Moerder Redux ist eine optisch und akustisch raumfüllende, frei-assoziative Kette konstruktiver, konkret-poetischer Video- und Animationsloops, inspiriert von Oskar Kokoschkas Stück Moerder, Hoffnung der Frauen.
Ursprünglich für die Aufführung im TANK 203.3040.AT produziert, war die Arbeit in einer an die räumlichen Gegebenheiten im mumok angepassten 3fach-Großprojektion Teil der Ausstellung Körper, Psyche und Tabu im museum moderner kunst stiftung ludwig wien.

 

 

Elektronisches Environment 2016

Credits:
Video: Computeranimation, Grafik, Fotografie, Videoperformance, Kamera, Schnitt, Produktion: GRAF+ZYX 1977–2016
Tanzloops: Esther Balfe, Michael Dolan, Nina Kripas, Mani Obeya, Anna Palastanga, Daphne Strothmann, Paul Wenninger
[Kooperation mit dem Tanztheater Wien 1998, Choreografie Liz King]
Musik: Komposition, Arrangement, Text, Instrumente, Gesang, Produktion: GRAF+ZYX 1972–2015
[Cover ‚Grow Fins‘: Komp., Text: Don Van Vliet, Arr., Prod.: Graf+Zyx 1972]
Fotocredits: (C) GRAF+ZYX / Bildrecht

Moerder Redux

ist eine optisch und akustisch raumfüllende, frei-assoziative Kette konstruktiver, konkret-poetischer Video- und Animationsloops, inspiriert von Oskar Kokoschkas Stück Moerder, Hoffnung der Frauen.

Ursprünglich für die Aufführung im TANK 203.3040.AT produziert, war die Arbeit in einer an die räumlichen Gegebenheiten im mumok angepassten 3fach-Großprojektion Teil der Ausstellung Körper, Psyche und Tabu im museum moderner kunst stiftung ludwig wien.

   

Moerder Redux steht primär in unserer persönlichen Tradition einer genreübergreifenden, die Grenzen zwischen „Kunst“ und „Pop“ demolierenden inhaltlichen und formalen Disposition und Formensprache.

Die Arbeit kann sich aber auch mit der Rolle als zeitgemäße Konsequenz der aktionistischen Linie von Kokoschkas Dramaturgie über den Wiener Aktionismus der 1960er-Jahre in die Gegenwart anfreunden: Entsprechungen Kokoschkas outrierter Theatralik sind genauso zu finden wie formal aggressiv ausgearbeitete, körperbetonte und -verfremdende Korrelate aktionistischer Manifestationen.

Möglicherweise steht hier generationenübergreifend ein und derselbe, widerspenstige Geist hinter den künstlerischen Entscheidungen, eine Allergie gegen unkritisch übernommene Traditionen, ein Bedürfnis nach Neudefinition von Schönheit, ein Infragestellen anerzogener Emotionen, ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber „gesunder“ Moral.

   

Dem transportierenden technischen Medium allerdings genügt die Funktion als dokumentierende Konserve nun nicht mehr. Es verschmilzt mit seinem Content und wird mit originären Beiträgen selbst zum aktiven Teil der Aktion.

   

Bezogen auf Kokoschkas Stück begreift sich Moerder Redux nicht als direkte Umsetzung des Inhalts oder der Aussage von Theater in ein elektronisches Medium, nicht einmal als freiere Interpretation oder Neuformulierung einer dramatischen Intention, sondern folgt vielmehr wieder unserer generellen Vorliebe, ständig neue, autonome ästhetische Milieus und Elemente zu bauen, die Beiträge von außen – hier Kokoschkas Text – höchstens als Trigger für formale Partikel in formalen Abläufen zulassen und benutzen, aber gleich darüber hinausgehend völlig neue, distanzierte und erweiternde Positionen formulieren.

Den Rezipient_innen bleibt die Chance, ihre individuellen Links zwischen dem Reiz der Wörter und der autarken Konsequenz in der Medienarbeit zu entwickeln.

Murderer Redux

Our electronic environment Murderer Redux is a freely associative chain of constructive, concrete-poetic video and animation loops on Oskar Kokoschka’s Murderer, Hope of Women and optically and acoustically filling the exhibition space.

Our reworking of the piece has been adapted for the spatial situation of the exhibition Body, Psyche, and Taboo at mumok, Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien.

 

Murderer Redux stands primarily in our own tradition of a cross-genre thematic and formal deployment and language of forms that demolishes the boundaries between „art“ and „pop.“

However, the work is also amenable to the role of an up-to-date development of the actionist lineage leading from Kokoschka’s dramaturgy through the Vienna Actionism of the l960s to the present: Parallels to Kokoschka’s exaggerated theatricality can be found in it just as surely as formally aggressively articulated correlates of actionist manifestations that emphasize and alienate the body.

Perhaps it is one and the same intractable spirit that stands behind these artistic decisions spanning generations.

 

However the technical medium used to convey it is no longer satisfied with its function as a documentary preservative. It merges with its content and, with its original contributions, it becomes an active part of the action.

 

With regard to Kokoschka’s piece, Murderer Redux does not see itself as a direct transposition of the theatrical content or message into an electronic medium, nor even as a freer interpretation or reformulation of a dramatic intention. Instead, it corresponds to our overarching interest in constantly constructing new, autonomous aesthetic milieus and elements. lf these allow and utilize any external contributions at all, then only as triggers for formal particles within formal processes as in the case of Kokoschka’s text here. Beyond that, they formulate entirely new, distanced and expanded positions.

Viewers are given the chance to develop their own individual links between the appeal of the words and the autarchic rigor in the medial work.

Die Übersetzung erscheint mit freundlicher Genehmigung des mumok
DADA negligé

DADA negligé

DADA negligé

Der DADA ist ein alter Hut, das war er schon immer

Der DADA-Geist war seit je, auch lang vor DADA, ein Grund­nahrungs­mittel für alle innovativen Künstler_innen – nur hatte es vorher niemand so präzise (nicht) auf den Punkt gebracht.

Ist DADA ein Pferd?
Ist DADA ein Huhn?
Ist DADA ein alter Hut?
Nichts von allem.
Aber alles von nichts.
Dem DADA neue Wäsche!

 

Elektronisches Environment 2016

Credits:
Video: Computeranimation, Grafik, Fotografie, Videoperformance, Kamera, Schnitt, Produktion: GRAF+ZYX 1977–2016
Musik: Komposition, Arrangement, Text, Instrumente, Gesang, Produktion: GRAF+ZYX 1972–2015
Fotocredits: (C) GRAF+ZYX / Bildrecht

Der DADA ist ein alter Hut, das war er schon immer

Der DADA-Geist war seit je, auch lang vor DADA, ein Grundnahrungsmittel für alle innovativen Künstler_innen – nur hatte es vorher niemand so präzise (nicht) auf den Punkt gebracht.

Denn er hängt eng mit der uralten Frage zusammen, wie und ob überhaupt wir in der Lage sind, die vermeintlich reale Welt auch nur annähernd objektiv zu erfassen und zu erleben.
Und ob Eindeutigkeiten überhaupt je begründbar sind.
Und ob zwischenmenschliche Kommunikation überhaupt möglich ist oder nur eine überlebensstrategische Illusion.
Und ob logisches Denken überhaupt für irgendetwas taugt und Zufallsentscheidungen nicht weit kreativere Lösungsansätze für sämtliche Problemstellungen bieten.

Jedenfalls: Ohne eine Prise DADA ist Kunst keine Kunst.

DADA ist nutzlos. DADA ist sinnlos.
Deshalb kann DADA Kunst und deshalb kann DADA Politik.
Und zwar nicht durch Codierung konkreter politischer Forderungen oder Modelle, die in der Kunst überhaupt nichts verloren haben, weil politische Statements Kunst so wenig wie andere Verwässerungen brauchen, sondern durch die Bewusstmachung der Absurdität von gesellschaftlichen Übereinkünften und Regelwerken.

Das DADA-Gen manifestiert sich also schon immer bei allen guten Künstler_innen, weil ihnen ihre Eigenständigkeit über breite gesellschaftliche Akzeptanz geht; zumindest in Form von Auflehnungsäußerungen gegen tradierte ästhetische und inhaltliche Regeln in Gesellschaft und insbesondere in Kulturbetrieb und Kunstmarkt.

Wir nehmen uns selbst nicht ernst, verlangen aber selbstverständlich von anderen, uns ernst zu nehmen.
Und überhaupt leben wir die Egalität von Gegensätzen:
DADA ist tot. DADA ist ewig.
Denn wenn das Eine stimmt, stimmt auch sein Gegenteil, auch das Gegenteil von dem, was wir hier schreiben, oder auch nicht.

DADA negligé – dem DADA neue Wäsche

DADA negligé ist zunächst spontan und ohne theoretische Hintergedanken entstanden, aber stimmige Kunst braucht stimmige Konzepte (schon Kunsttheorie und -vermittlung zuliebe), die natürlich auch im Nachhinein lieferbar sind.

Unser Zugang zum Thema könnte also gewesen sein, dass der DADA-Geist immer wesentliche Inputs in künstlerische Arbeit liefern wird – hoffentlich, denn sonst ist es um die Kunst geschehen.

Nicht mehr aktuell wäre allerdings die Formensprache des DADA der 10er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts, und so hätten wir mit unserer eigenen Übersetzung dem DADA einfach erneuernde Dessous verpasst.

Und immer gilt: Wir pfeifen auf die Realität, wenn sie sich aufführt wie unsere Gegenwart.

DADA ist sinnlos, DADA ist nutzlos – und bleibt deshalb unentbehrlich.